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GLAD SHE GOT MY ATTENTION

"Hast du schon irgendwelche hübschen Italienerinnen ausfindig gemacht oder kannst du dich jetzt mal auf mich konzentrieren?", fragt Caro amüsiert.
Sie drückt mich gegen die Wand und ich spüre ihren heißen Atem auf meinem Hals.
"Ich dachte du findest sie alle arrogant.", antworte ich und küsse sie.
"Nur die Älteren. Weil sie arrogant sind, Lionel.", grinst sie.
Ich erinnere mich daran, wie Caro sich vorher etwas angenervt darüber lustig gemacht hat, dass Max Kondome dabei hatte - was sie nicht wusste, war, dass fast alle welche dabeihatten, aber darum geht es nicht.
"Was denkt ihr eigentlich, was ihr hier tun werdet?", hatte sie gefragt.
Bei dem Gedanken daran muss ich grinsen und bin mir ziemlich sicher, dass sie weiß, woran ich denke, als sie mir provokant in die Lippe beißt.
Wir sind wegen einer Studienreise für fast zwei Wochen in Rom, es ist der erste Abend hier. Wir wohnen in einem Hotel direkt in der Nähe des Hauptbahnhofs Termini, und das Unfassbarste an der ganzen Sache ist, dass Lucie mit ihrer Lateingruppe auch hier ist - sie wohnt kaum eine Minute von unserem Hotel entfernt im Georgina, weil ihre Klasse statt wie wir in der Elften ihre Romreise in der Neunten macht, und das auch noch in genau den zwei Wochen, in denen wir hier sind.
Caro merkt, dass ich nicht ganz bei der Sache bin, aber sie zieht meine Aufmerksamkeit erstaunlich effizient wieder auf sich, indem sie mir ihre Hand in die Hose gräbt. Gott, ich bin auch nur ein Typ.
Wie auch immer. Das Hotel hat sechs Stöcke, unsere dreißigköpfige Gruppe hat den fünften Stock für sich alleine, und in einem der Zimmer, die nicht abgeschlossen sind, steht eine rote, alte Couch.
Was soll ich sagen? Jetzt hat Caro eine Antwort auf ihre Frage, was ich mit dem Ding vorhatte.



Später am Abend sitze ich entspannt in Boxershorts auf dem winzigen 1x1m-Balkon mit dem rostigen Geländer, rauche und hänge meinen Gedanken nach. Unter mir eine metertiefe Steinschlucht mit entferntem Blick auf den Termini.
Ich kann es noch nicht richtig fassen, hier zu sein. Das System der U-Bahn beziehungsweise Metro blicke ich mittlerweile halbwegs durch, weil ich das aus Berlin noch kenne, aber man braucht eine Weile, um diese Stadt zu begreifen. Unbewusst schweifen meine Gedanken wieder zu Lucie ab.
"Hey Lionel, was tustn du hier?", fragt Mike, quetscht einen zweiten billigen, weißen Plastikstuhl auf den Balkon, mit dem es verdammt eng wird, und setzt sich neben mich.
"Pennen die anderen schon?", frage ich und biete ihm eine Kippe an.
"Jo.", antwortet er und fischt sich eine raus.
Er zündet sie sich an, zieht sein Handy aus der Hosentasche und wirft einen Blick darauf.
"Kurz vor zwei.", murmelt er.
Seufzend lege ich den Kopf in den Nacken. "Ich kann nicht pennen."
"Alter, ich will noch nich pennen.", grinst er. "Sammal, was war da eigentlich mit dir und Caro?"
"Haben Gebrauch vom Dings gemacht.", antworte ich. Mike lacht triumphierend auf und schlägt mir grinsend auf die Schulter.
"Mike, ich hab dir doch mal was von ´ner Lucie erzählt.", fange ich daraufhin an.
"Mal was? Du laberst ständig von dem Mädel. Sie ist auch in Rom, oder?"
"Jo."
"Was Ernstes?"
"Keine Ahnung, Mann, aber ich krieg das Mädel nicht mehr aus dem Kopf. Ich überleg grad, ob ich morgen Abend mal vorbeischauen soll."
"Wo?"
"Im Georgina. Ist nicht weit von hier."
"Ah.", kommentiert Mike und fängt an, Rauchringe zu blasen. "Lionel, morgen abend gehts erst mal fett in die Metroschächte. Da hats ne Menge Graffiti."
"Du bist so ein Freak."
"Ich weiß, aber im Gegensatz zu dir kann ichs wenigstens.", grinst er.
Recht hat er.
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15.5.11 02:00
 


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